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<title>Dropstone</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Dropstone</span></h1>
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<p>Ein <b>Dropstone</b> (englisch, von <i>to drop</i> ‚fallen‘, und <i>stone</i> ‚Stein‘) ist ein isoliertes <a href="Gestein" title="Gestein">Gesteins</a>fragment von <a href="Kies" title="Kies">Kiesel</a>- bis <a href="Felsblock" title="Felsblock">Block</a>größe, das innerhalb feinkörniger <a href="Sedimente_und_Sedimentgesteine" title="Sedimente und Sedimentgesteine">Sedimente</a> abgelagert worden ist. Kennzeichnend ist die Ablagerungsweise nicht durch normalen Transport entlang des <a href="Meeresboden" class="mw-redirect" title="Meeresboden">Meeres-</a> oder <a href="See" title="See">See</a>bodens, sondern durch einen vertikalen Fall durch den <a href="Wasserk%C3%B6rper" title="Wasserkörper">Wasserkörper</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Hintergrund">Hintergrund</h2></div>
<p>Belege für eine Ablagerung eines Gesteinsfragments als Dropstone sind sein isoliertes Vorkommen in feinkörnigen Sedimenten, zusammen mit einer durch den Einschlag entstandenen Vertiefung an der Unterseite sowie Anzeichen für ausgeworfenes Material an den Rändern des Fragments. Nachfolgend abgelagertes Sedimentmaterial bedeckt den Stein und seinen Krater ohne Störung. Diese Anzeichen sind am deutlichsten in feingeschichtetem Sediment zu erkennen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Entstehungsmechanismen">Entstehungsmechanismen</h2></div>
<p>Während die Ablagerung durch das Ausschmelzen oder Abrutschen von Gestein von <a href="Eisberg" title="Eisberg">Eisbergen</a> oder <a href="Gletscher" title="Gletscher">Gletschern</a> von vielen Geologen als eine der häufigsten Ursachen für die Entstehung von Dropstones angesehen wurde,<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-Hoffmann_u-a_1998_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-Hoffmann_u-a_1998-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> werden Dropstones jedoch von einer ganzen Reihe von sedimentären Prozessen erzeugt.<sup id="cite_ref-eyles_2004_3-0" class="reference"><a href="#cite_note-eyles_2004-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Gletscher_und_Eisberge">Gletscher und Eisberge</h3></div>
<p>Gletscher nehmen beim Fließen Gesteine aus dem Untergrund auf und werden oft von <a href="Gesteinsschutt" class="mw-redirect" title="Gesteinsschutt">Gesteinsschutt</a> überschüttet. Wenn sie an die Küste gelangen, beginnen Gletscher zu <a href="Kalben_(Glaziologie)" title="Kalben (Glaziologie)">kalben</a>, und Eisberge lösen sich von ihrer Stirn. Diese können lange treiben, wobei sie langsam schmelzen oder sich verlagern, so dass Gesteinsschutt im Wasser versinkt und in den <a href="Schlamm" title="Schlamm">Schlamm</a> am Boden fällt (siehe <a href="Ice-Rafted_Debris" title="Ice-Rafted Debris">Ice-Rafted Debris</a>).
</p><p>Im Unterschied zu <a href="Geschiebe" title="Geschiebe">Geschieben</a>, die in Till (<a href="Geschiebemergel" title="Geschiebemergel">Geschiebemergel</a>) häufig sind, geschieht die Ablagerung von <a href="Glaziologie" title="Glaziologie">glazialen</a> Dropstones immer im Wasser, entweder im <a href="Meer" title="Meer">Meer</a> (marin) oder in <a href="See" title="See">Seen</a> (lakustrisch). Typisch für solche Dropstones ist das oft sehr feinkörnige Sediment, in dem sie vorkommen, und das auf eine nur wenig energiereiche Ablagerungsumgebung hinweist. Beispiele solcher glazialen Dropstones sind aus dem Meer vor <a href="Gr%C3%B6nland" title="Grönland">Grönland</a> bekannt.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Vulkane">Vulkane</h3></div>
<p>Bei <a href="Vulkanausbruch" title="Vulkanausbruch">Vulkanausbrüchen</a> können Gesteinsblöcke als <a href="Vulkanische_Bombe" title="Vulkanische Bombe">vulkanische Bomben</a> durch die Wucht des Ausbruchs mehrere Kilometer weit durch die Luft geschleudert werden. Wenn diese in einem See oder im Meer auftreffen, sinken sie zu Boden und werden als Dropstones im Sediment eingeschlossen.
</p><p>So erzeugte Dropstones sind relativ selten, denn die meisten ausgeworfenen Steine landen an Land oder nahe der Küste, wo es wenig wahrscheinlich ist, dass sie erhalten bleiben. Nur bei größeren Eruptionen fliegen Gesteinsbrocken weit genug, um in feinkörnigem Sediment zu landen und als Dropstones erkennbar zu sein.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Turbidite">Turbidite</h3></div>
<p>Dropstones können durch die Einwirkungen starker <a href="Tr%C3%BCbestrom" class="mw-redirect" title="Trübestrom">Trübeströme</a> am Meeresboden erzeugt werden, die zur Bildung von <a href="Turbidit" title="Turbidit">Turbiditen</a> führen.<sup id="cite_ref-eyles_2004_3-1" class="reference"><a href="#cite_note-eyles_2004-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Mannsgroße Blöcke wurden in geologisch jungen, feingeschichteten Ablagerungen aus dem <a href="Eoz%C3%A4n" title="Eozän">Eozän</a> in der Nähe von <a href="Jamaika" title="Jamaika">Jamaika</a> gefunden, das seit seiner Entstehung nicht von Gletschern bedeckt war.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Obwohl Trübeströme als Ursache für die Ablagerung dieser Blöcke angesehen werden, wurden keine anderen Ablagerungen in der Nähe gefunden, die von den Trübeströmen verursacht wurden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Driftholz_und_andere_biologische_Ursachen">Driftholz und andere biologische Ursachen</h3></div>
<p>Steine können weite Strecken als Bestandteile von treibenden Holz- und Pflanzenmassen zurücklegen, die etwa bei <a href="%C3%9Cberschwemmung" title="Überschwemmung">Überschwemmungen</a> von Flüssen ins Meer transportiert wurden. Löst sich das pflanzliche Floß auf, so sinken auch die Steine zu Boden. In der Nähe solcher Dropstones sind meistens pflanzliche Überreste zu finden, die mit dem Stein zu Boden sanken.
</p><p>Dropstones können schließlich auch aus dem Mageninhalt von größeren Meeresbewohnern stammen.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">J. L. Kirschvink: <i>Late Proterozoic low-latitude glaciation: the snowball Earth.</i> In: J. W. Schopf, C. Klein (Hrsg.): <i>The Proterozoic Biosphere.</i> Cambridge University Press, Cambridge 1992, S. 51–52.</span>
</li>
<li id="cite_note-Hoffmann_u-a_1998-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Hoffmann_u-a_1998_2-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Paul F. Hoffman u. a.: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.sciencemag.org/cgi/content/full/281/5381/1342?ijkey=fe9362867b4d235f4e770a9e78dfbfc0940c34a2"><i>A Neoproterozoic Snowball Earth.</i></a> In: <i>Science.</i> Band 281, Nr. 5381, 28. August 1998, S. 1342–1346. Abgerufen am 19. April 2008.</span>
</li>
<li id="cite_note-eyles_2004-3"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-eyles_2004_3-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-eyles_2004_3-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">N. Eyles, N. Januszczak: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://instruct.uwo.ca/earth-sci/fieldlog/continental_reconst/Eyles04.pdf"><i>’Zipper-rift’: A tectonic model for Neoproterozoic glaciations during the breakup of Rodinia after 750 Ma.</i></a> (en., pdf 4 MB). In: <i>Earth-Science Reviews.</i> 65 (1-2), 2004, S. 1–73. Abgerufen am 19. April 2008.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">J. S. Eldrett, I. C. Harding, P. A. Wilson, E. Butler, A. P. Roberts: <i>Continental ice in Greenland during the Eocene and Oligocene.</i> In: <i>Nature.</i> 2007 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.nature.com/nature/journal/vaop/ncurrent/full/nature05591.html">Kurzfassung</a>). Abgerufen am 19. April 2008.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">S. K. Donovan, R. K. Pickerill: <i>Dropstones: their origin and significance: a comment.</i> In: <i>Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology.</i> Band 131, Nr. 1–2, 1997, S. 175–178. (Kurzübersicht: <a href="https://doi.org/10.1016/S0031-0182(96)00150-2" class="extiw external" title="doi:10.1016/S0031-0182(96)00150-2">doi:10.1016/S0031-0182(96)00150-2</a>). Abgerufen am 19. April 2008.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">M. R. Bennett, P. Doyle, A. E. Mather: <i>Dropstones: their origin and significance.</i> In: <i>Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology.</i> Band 121, Nr. 3, 1996, S. 331–339. (Kurzfassung: <a href="https://doi.org/10.1016/j.physletb.2003.10.071" class="extiw external" title="doi:10.1016/j.physletb.2003.10.071">doi:10.1016/j.physletb.2003.10.071</a>)</span>
</li>
</ol>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Dropstones?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Dropstones</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.gupf.tu-freiberg.de/geologie/dropstone.html"><i>dropstone</i>, Bild eines Dropstones beim Geo- und Umweltportal Freiberg</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.gletschergarten.ch/de/dropstone.html"><i>Dropstone</i> im Gletschergarten Luzern</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.dcnr.state.pa.us/topogeo/photogallery/dropstone.aspx"><i>Photo Gallery - Dropstone</i> Pennsylvania Geological Survey</a></li></ul>
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Normdaten&nbsp;(Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4312756-3">4312756-3</a></span> </div>
</div></div></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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